Adrian Frutiger

Adrian Frutiger (*1928, †2015) war ein schweizer Typograf, der über 40 bekannte Schriften gestaltet hat (insgesamt wird von ca. 170 Schriften gesprochen). Er erlebte den Übergang zu digitalen Schriften, von Pixeln zu Vektoren mit und beschrieb diese Zeit als für ihn sehr schwierig. Gerade bevor Schriften am Bildschirm durch Bézierkurven dargestellt werden konnten, bezeichnete er als „Weg durch die Wüste“.
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  • Die ersten Jahre

    Nach seiner Ausbildung zum Schriftsetzer studierte Adrian Frutiger mit 21 Jahren an der Kunstgewerbeschule Zürich. Sein Studium in Bildhauerei und Grafik schloss er mit Auszeichnung ab.

    1952 begann Adrian Frutiger seine Arbeit bei der Schriftgießerei Deberny & Peignot in Paris. Dort entwarf er unter anderem die Méridien. Hier wurde er mit der Fotosetzmaschine „Lumitype“ (auch Photon genannt) vertraut gemacht, die zwischen 1949 und 1956 in Frankreich und Amerika entwickelt wurde. Sein Arbeitgeber war finanziell an der Entwicklung beteiligt und so wurde Frutiger miteinbezogen. Er setzte bestehende Schriften so um, dass diese für die Lumitype nutzbar waren und entwickelte zudem die Egyptienne.

    Weiteres

    1962 später gründete Frutiger mit André Gürtler und Bruno Pfäffli ein Grafikatelier. Dort arbeitete er als freiberuflicher Typograf und entwarf neben Schriften auch Logos und Corporate Designs. Im Rahmen eines Auftrages für den Pariser Flughafen entstand neben einem Leitsystem auch die Basis für die spätere Schrift Frutiger. Diese gilt heute als Klassiker und wird unter anderem auch für die Verkehrsschilder in Frankreich und der Schweiz genutzt.
    1992 Jahren kehrte Adrian Frutiger aus Paris in die Schweiz zurück. Zuletzt hatte Frutiger in einem Altersheim in Bremgarten gelebt. Er wurde international mehrfach für seine Arbeit mit hohen Auszeichnungen bedacht. Im Jahr 1986 erhielt er den Gutenbergpreis. Außerdem investierte Frutiger viel Zeit in die Ausbildung junger Gestalter, indem er zeitweise nebenberuflich unterrichtete und auf Veranstaltungen sein Wissen weitergab.

    Univers

    Fünf Jahre nachdem Frutiger nach Paris gezogen war, entwickelte er die Univers. Wie der Name vermuten lässt, sollte diese Schrift universell nutzbar sein und wurde zudem, anders als damals üblich mit drei Schriftschnitten, mit 21 verschiedenen Schnitten ausgestattet. Weitere Schnitte als die üblichen drei wurden zu der Zeit gewöhnlich erst entwickelt, wenn diese sich auf dem Markt bewährt hatte. Die Univers eignete sich mit ihrem zurückhaltenden, klaren Charakter hervorragend für die digitale Nutzung und zählt heute zu den meist genutzten Schriften. Damals wurde sie standardmäßig in die Lumitype integriert. In den 90er-Jahren wurde die Univers überarbeitet und im Auftrag von Linotype auf fast 60 Schriftschnitte erweitert.